Neugierig auf Prag
Kulturreise 2005 mit dem LBSV Bremen
Es war die bisher 8. Kulturfahrt des LBSV mit Lothar Pohlmann. Nach Dresden, Kopenhagen, Berlin/Potsdam, Brüssel, Wien, London und Paris, war nun Prag auf dem Programm. Also Premiere, was die Richtung anbelangt: – nämlich Osteuropa!
Persönlich konnte ich bisher 6 Reisen miterleben. Sämtliche Fahrten waren perfekt organisiert, für die Reisenden auf ein Minimum an Anstrengung reduziert und ein harmonisches Miteinander selbstverständlich. Die Angebote waren immer eine Mischung aus Geschichte, Landschaft, Architektur und Kultur und ganz wichtig: Freude am Reisen, am Vergnügt sein und am Erkunden fremder Menschen und ihren Mentalitäten.
Wir waren sehr neugierig auf Prag
Die Reise führte uns durch die neuen Bundesländer und durch diverse Umleitungen lernten wir die Straßen jenseits der neuen Autobahnen kennen. Höchst interessant war die Erkenntnis, dass noch immer die Spuren des Hochwassers sichtbar waren und noch immer das sozialistische Einheitsgrau der Häuser in den kleinen Ortschaften vorherrschte. Uns wurde bewusst, dass noch ganz viel getan werden muss in dieser Region. Dann der Grenzübergang in die Tschechei! Irgendwie abenteuerlich, denn zwei Uniformierte (wie in alten DDR-Zeiten) betraten den Bus und kontrollierten die Pässe. Eine leichte Beklemmung konnte ich nicht leugnen.
Die Weiterfahrt führte vorbei an den obligatorischen Gartenzwergen und anderem Schnickschnack am Straßenrand und wach wurden alle, als wir endlich die bunten Damen sehen konnten! So sehen also Prostituierte aus! Unser liebenswerter Busfahrer Ingo meinte süffisant, er sei sich sicher, dass auch ein paar Nutten dabei gewesen wären!
Es wurden reichlich Pausen eingelegt. Die ganze Truppe kommt gut gelaunt und wohlbehalten in Prag an. Herr Bisek, unser Prager Reiseführer, der uns für die ganze Zeit zur Verfügung stand, war schon da und das Einchecken im Hotel verläuft ruck-zuck. Wir sind noch frisch genug, um mit der Metro in die Prager Altstadt zu fahren um unseren ersten abendlichen Bummel zu beginnen und Prager Abendluft zu schnuppern.
Unser Vier-Sterne Hotel lässt keine Wünsche offen und ich nehme mal an, dass alle glücklich und entspannt die erste Nacht verbracht haben. Ab dann haben wir den großen Genuss, in unserem superbequemen Bus chauffiert zu werden und gleichzeitig das umfangreiche Wissen von Herrn Bisek vermittelt zu bekommen, der mit ausführlichen Erklärungen uns diese wunderschöne Stadt, die so irrsinnig viel zu bieten hat, näher bringt.
Das Ende des 2.Tages wird mit einem „Böhmischen Abend“ im Brauerei Kloster Strahov gefeiert. Es gab schmissige Musik, feurige Tanzvorführungen, ein opulentes Essen und die Stimmung sprang wie ein Funke sofort über auf uns alle. Es wurde getanzt, gelacht, getrunken und wieder gingen wir zufrieden in unsere Herberge. Der nächste Tag war für Marienbad vorgesehen. Wir waren fasziniert von der Architektur und dem Flair dieser Stadt. Es gab nicht wenige, die eine Kur dort in Erwägung gezogen haben. Denn mit unserer Eurowährung kommen wir in Tschechien noch sehr gut zurecht. Wer weiß wie lange noch?! Gewarnt hatte man uns ja! Eindringlich! Wir haben uns auch daran gehalten und auf unsere Handtaschen aufgepasst. Nur einen einzigen Verlust eines Rucksackes gab es zu beklagen, allerdings durch Eigenverschulden. An diesem Abend war dann noch eine Moldau-Schiffahrt mit Büffet und Musik der krönende Abschluss des Tages.
Den 4. Tag nutzten wir um eigene Wünsche und Pläne zu erfüllen. Mit der Metro – schon durch London und Paris eingeübt – kamen wir prima zurecht. Mit Englisch und Deutsch ist die Verständigung auch kein Problem. Zum Mittagessen waren wir angemeldet auf dem Laurenziberg im Panoramarestaurant „Nebozizek“, das mit einer Seilbahn erreicht werden konnte. Der weite Blick über Prag wurde etwas getrübt durch leichten Nieselregen – aber gestört hat das nicht. Wir wurden fürstlich bewirtet und haben anschließend die Prager Straßenbahn benutzt um ins Hotel zu kommen. Denn am Abend stand die Prager Staatsoper mit dem Highlight „ Der Barbier von Sevilla“ auf dem Programm.
Welch ein Abschluss!
Der nächste Tag war Rückreise nach dem Frühstück. Da wir überall gut durchkamen, dank unseres pfiffigen Busfahrers, konnten wir noch in Dresden Station machen und diese imposante Elb-Metropole für fast 2 Stunden besichtigen.
Welch ein Zusatzbonbon!
Gegen 19.00 Uhr waren wir wieder wohlbehalten in Bremen angekommen. Auf das nächste Jahr freuen wir uns schon. Das Ziel steht noch nicht fest.
Helga Fotakis
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