Sommerreise ins Erzgebirge


Im Sommer wird gereist!

Das hat schon Tradition bei den TeilnehmerInnen der 1.Seniorenwandergruppe. Darum hieß es in der Zeit vom 01. bis 07. Juni 2008 auf nach Ehrenfriedersdorf im Erzgebirge.

Nach den Vorläufern solcher Reisen wie nach Berlin (2003), Lübeck (2004) Insel Usedom (2005) , Fürth bei Neustadt in Oberfranken (2006) und in die Eifel und Luxemburg (2007) sollte in diesem Jahr die Region des mittleren Erzgebirges und das Sudentenland in der Tchechischen Republik erkundet werden. Ziel dieser Sommerreisen ist es, schöne landschaftliche Regionen oder historisch interessante Städte kennen zu lernen und die Lieblichkeiten und den vielfältigen Zauber dieser Landschaften und Städte näher zu betrachten und uns durch Wanderungen, Besichtigungen und Vorträge zu neuen Erlebniswelten zu führen.

Blauer Himmel und Sonne lockten zum Fahrtbeginn am Sonntag. Pünktlich waren alle ReiseteilenhmerInnen am Busbahnhof und wurden durch unseren allseits bekannten und beliebten Fahrer Addi begrüßt. Problemlos verlief die Reise über die Autobahn. Unterwegs machten wir einen großen Halt in Eisenach zwecks Besichtigung der Wartburg. Bei herrlichem Sommerwetter reihten wir uns in die große Besucherschar ein und stiegen vom Parkplatz zur Burg hinauf. Die Anstrengungen des Aufstiegs wurden mit einem bemerkenswerten Rundblick über die Thüringische Landschaft und dem mittelalterlichen Flair der historisch bedeutsamen Burg belohnt.

Vor Chemnitz zeigten uns große Verkehrsschilder " Baustelle" und "Umleitung" einen anderen Weg an, der von dem Navigationsgerät nicht erfasst war. Als wir zum dritten Mal an wunderschön blühenden Japanischen Kirschen vorbeifuhren, war uns allen klar, dass der "Navi" spinnt. Her mit den alten Straßenkarten, hieß dann die Devise.! Aber trotz aller Widrigkeiten erreichen wir wohlbehalten Ehrenfriedersdorf und das von uns angeheuerte Hotel Nussknacker. Das Hotel, in romantischen Stil ausgestattet und in naturschöner Landschaft gelegen, entsprach unseren Erwartungen. Die Verteilung der Zimmer war schnell erledigt. Aber einen Haken gab es: "Die Wasserbetten". Nach dem Probeliegen waren die ersten "Seekranken"zu vermelden, insbesondere in den Fällen, wo im Doppelbett durch die unterschiedlichen Körpergewichte starke Wellenbewegungen erzeugt wurden. Der Tausch von Zimmern war die Folge und sorgte dann doch noch für eine harmonische Gruppendynamik in den kommenden Tagen..

Der erste Tag diente zum Kennenlernen des Erzgebirges. Das Erzgebirge gehört zu Sachsen und erstreckt sich südlich der Linie Dresden/ Chemnitz von der Grenze Polens bis zum Voigtland hin und wird von Tchechien begrenzt. Es teilt sich in östliches, mittleres und westliches Erzgebirge, wobei Ehrenfriedersdorf im mittleren Erzgebirge liegt. Um das Kennenlernen des Erzgebirges intensiv und informativ zu gestalten, haben wir uns professioneller Hilfe bedient. So wurde uns Heide als amtlich autorisierte Reiseleiterin zugeführt. Das war ein wirklicher Glücksfall!

Mit Heide war es ein besonderes Vergnügen die Rundreisen, Besichtigungen und Führungen durchzuführen. Ihr Fachwissen und ihre facettenreiche Kenntnisse über Land und Leute war sehr beeindruckend und hat uns vom Erzgebirge ein umfassendes Bild sowohl im Sehen der Landschaft als auch von den Lebensgewohnheiten der dort lebenden Menschen vermittelt, eingebettet in historische Begebenheiten - auch unserer jüngeren Geschichte - und realen Lebensverhältnissen. Und das Ganze verpackt in herzerfrischender, für uns Nordlichter verständlicher erzgebirgischer und sächsischer Umgangsprache. Nicht unerwähnt bleiben sollte ihr unerschöpflicher Schatz an situativen Witzen und ihre Spontaneität bei veränderten organisatorischen Maßnahmen, die eine ermüdende Reisgesellschaft immer wieder in Schwung brachte.

So vergingen die Reisetage im Fluge. Die vielen Bilder, mit den modernen Fotoapparaten erfasst, können nur all das wiedergeben, was wir in diesen Tage gesehen und auch erlebt haben. Ob es nun das Spielzeugmuseum oder Nussknacker Museum, die vielen Kirchen oder die Fahrt mit der Fichteltalbahn von Oberwiesenthal nach Cranzahl oder die Fahrt nach Karlsbad durch das Sudentenland oder die Besichtigungen der verschiedenen Städte Annaberg-Buchholz, Schneeberg und Karlsbad waren, so war doch jeder Ort einen Besuch wert und hat uns tiefe Einsichten über die Region gegeben.

Nicht zu vergessen den Besuch der Sternwarte des Zeiss Planetariums in Drebach und die Bergwerkseinfahrt in die Zinngrube von Ehrenfriedersdorf. In diesem stillgelegten Bergwerk ist noch alles vorhanden, was für den Bergbau notwendig ist. Jetzt zu einem Museum umgestaltet, kann man aus erster Hand erfahren, mit welchen großen Schwierigkeiten der Beruf des Bergmanns verbunden ist und wie schweißtreibend unter Tage die Arbeit ausgeführt wird. Verkleidet mit Schutzanzügen führen wir in den Berg mit dem legenderen Korb ein. In 100 Meter Tiefe erwartete uns eine unterirdische Bahn, die uns zu den einzelnen Stollen führte. Wahrhaft gespenstische Bilder tauchten vor aus auf, aber unsere Bergleute konnten unsere Nerven durch eine sehr informative Führung mit interessanten Details schonend beruhigen. Nach diesem Erlebnis zogen wir mit Fackeln in der Hand und im Dämmerlicht eines goldenen Abendhimmels unserem Hotel entgegen. Wir wurden bereits erwartet mit einem Lagerfeuer und einem Vugelbeer-Punsch, dem "erzgebirgischen Kräuterschnaps.

Der vorletzte Reisetag war für den Besuch von Johanngeorgenstadt, der Geburtstadt des Schwibbogens reserviert. Die Schwibbogen sind auch uns als Souvenirs des Erzgebirges allgemein bekannt. Dort wurde zur Erinnerung an historischer Bergwerksarbeit und Gewinnung von Erzen eine Pferdegöpel im alten Stil aufgebaut und museal gestaltet. Erstaunlich ist die bereits im Mittelalter erfundenen Techniken. Die weitere Fortentwicklung der Technik in der Neuzeit baut auf diese alte Technik auf.

Am Abend vor unserer Abreise erlebten wir dann von der Musikgruppe Grubenlicht einen erzgebirgischen "Hutz'n ohmd". Es waren nicht nur die Musikannten gekommen sondern auch die Klöppelköniging und Schnitzer, die uns ihre handwerklichen Fähigkeiten bewiesen und ihre kunstvollen Arbeiten vorstellten. Es war ein wunderschöner Abschlussabend, der die Reise ins Erzgebirge abrundete. Zufrieden , mit innerer Freude und Dankbarkeit wieder ein Stück Deutschland näher erkundet zu haben, traten wir die Rückreise an.

Erwin Kloke

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