Sommerreise nach Husum 2009
Auf den Spuren von Theodor Storm
Wandern und Reisen bilden eine Einheit, die man zu einem schönen abwechslungsreichem und interessanten Erlebnis bündeln kann. So geschehen bei der diesjährigen Sommerreise nach Husum in Schleswig-Holstein mit der Thematik: "Zu Gast bei Theodor Storm, dem berühmten Sohn Husums", dem Dichter, der uns stimmungsvolle Lyrik und Novellen hinterlassen und das Leben in Husum zu seiner Zeit besonders geprägt hat
So begann die siebentätige Reise bei bestem Sommerwetter mit 41 freudestrahlenden WanderInnen. Verzichtet wurde darauf die Reise über die durch viele Baustellen eingeengte Autobahn von Bremen nach Hamburg anzutrreten, der Bus nahm den Weg durch das Teufelmoor und das Land Kehdingen zur Fähre in Wischhafen. Die Anzahl der wartenden Fhrzeuge war so überschaubar, dass wir mit dem gerade anlegenden Fährschiff mitgenommen wurden. Ein angenehmes und beschauliches "Hal Över" über die Elbe bei strahlendem Sonnenschein war nach der Fahrt durch die wunderschönen Landstriche auf glatten und teils fast autofreien Straßen eine wohltuende Belohnung für unsere Entscheidung, nicht die Autobahn zu benutzen.
Die Fahrt wurde planmäßig nach Husum fortgesetzt und im Hotel Altes Gymnasium, ein besonders restauriertes Ensemble im wilhelminischen Baustil, wurden wir erwartet. Nach Einteilung der Zimmer und den notwendigen Regularien konnte in diesem vorzüglichem Ambiente des mehrfach ausgezeichneten Sterne-Hotels das Abendessen nur noch die Freude auf die kommenden Tage vergrößern. Spät abends erschienen zwei in historischen Gewändern gekleiderte Nachwächter, die mit uns in abendlicher Stille und bei anheimelnen Dämmerlicht einen Stadtrundgang durch Husum unternahmen. Dabei wurden viele Döntjes aus dem Leben und der Zeit Theodor Storms vermittelt, Gegebenheiten also, die auch Theodor Storm in seinen Werken verarbeitet hat.
Am nächsten Morgen begleiteten uns fachkundige StadtführerInnen auf ihren Streifzügen durch die bezaubernde Altstadt und zeigten uns die Stätten Theodor Stroms: das Geburthaus und seine Wohnhäuser sowie die Schauplätze seiner Novellen. Jedoch vieles aus dem Lebens des Dichters wurde uns vergegenwärtigt durch den Besuch des Theodor-Storm-Zentrums, das von der Theodor-Storm-Gesellschaft unterhalten wird
Nachmittags erfreuten wir uns an einer Grachtenfahrt in Friedrichstadt, ein von Holländern erbautes Städtchen mit erstaunlichem Flair. Auch hier wie im friesischem und schlewigischen Land ist der dänische Einfluss sehr spürbar.
Eine Fahrt zu den Halligen ist Pflicht. Dieser Aufgabe habe sich alle gern unterzogen. Bei Sonnenschein und blauem Himmel fuhr uns Addi, unser allseits beliebter Busfahrer, zum Fährhafen Strucklahungshörn auf der Halbinsel Nordstrand. Das Schiff mit dem Ziel Hallig Hooge wartete bereits. Das Meer war ruhig und blieb es auch, keiner wurde seekrank, die vorher eingeleitete mentale Aufrüstung für den Fall der Fälle war überflüssig.
Drei Stunden Halligaufenthalt genügten für einen umfassenden Überblick. Die Windstille und die absolute Ruhe in einem betörenden Sonnenlicht war überwältigend. Dennoch kam mancher bei dem Gedanken, auf der Hallig einen langen Aufenthalt zu verbringen, ins Grübeln. Dem Grübeln folgte dann bedenkliches Mienenspiel , wenn man in dem kleinsten Kino der Welt die sturmumfluteten Halligen in aufregenden Bildern betrachtet hatte,. Die Kutschen fuhren uns von Sehenswertem zum Alltäglichen., so lernten wir das Leben der Halligbewohner, die ständig der Natur trotzen müssen, näher kennen. Auf der Rückfahrt wurde die Eindrücke und das Erlebte bei Kaffee und Kuchen verarbeitet.
Die weiteren Tage waren durch Rundfahrten über das Land gekennzeichnet. Die Westküste mit dem bekannten Westhever Leuchtturm wurde angefahren, weiter im großen Bogen nach St.Peter-Ording. und zum Eidersperrwerk. Dieses Sperrwerk ist von fundamentaler Bedeutung für den Schutz vor Hochwasser und Sturmfluten des sehr tiefliegenden Binnenlandes. .Nach dem Besuch einiger Kirchen im typischen Stil der dänischen Kultur und der Hafenstadt Tönning blieb noch Zeit, den reichlich üppigen Wellness-Bereich eines 5-Sterne-Hotels zu genießen.
Nach Westküste sollte die Ostküste Schleswigs nicht fehlen. So wurde die Stadt Schleswig angefahren, um diese den Wikingern nahestehende Landschaft zu erkunden. Eine Besichtigung des Schleswiger Doms ist obligatorisch, aber auch lohnenswert. Fehlen durfte nicht die Besichtigung des alten Hafen Holm, ein in Kreisform erbauter Stadtteil aus dem späten Mittelalter, besonders dadurch gekennzeichnet, dass sich in der Mitte des Kreises eingebettet der Friedhof mit einer Kapelle befindet. Besonders fällt die Hausbepflanzung mit wunderschönen hochstämmigen Rosen auf.. Schiffer und Fischer bevölkerten in früheren Zeiten diesen Stadtteil, heutzutage hat sich das aber durch die gesellschaftlichen Lebensformen sehr verändert.. Höhepunkt war die Besichtigung der ehemaligen Wikinger- Siedlung Haitabu. Ein bedeutsames Museum auf diesem Gelände erbaut worden, in dem das Leben und Wirken der Wikinger in Bild, Ton und Exponaten und besonders mit einem kompletten Wikingerdorf verdeutlicht und dadurch vorstellbar wird.
Die Tage bei schönem Wetter und angenehmen Temperaturen sind so schnell vergangen. Die Reise hat allen sehr gut gefallen, es war ein überaus harmonisches Gruppenerlebnis , das für alle Interessantes und Wissenwertes bereithielt. Das Erlebte wird lange nachwirken.
Der Chronist hat keine besonderen Vorkommnisse zu vermelden Er schreckte allerdings einmal sehr auf, als ein Pyjama unauffindbar war. Das Verschwinden konnte an Ort und Stelle nicht aufgeklärt werden. Man vermutete dieses Sujet in der Wäsche, die einer externen Wäscherei übergeben war. Eine genaue Prüfung und Nachsendung wurde zugesagt. Zur Freude des Chronisten ist der Pyjama zwischenzeitlich gereinigt und gebügelt mit einem Entschuldigungsschreiben wieder in Bremen eingetroffen.
Erwin Kloke
Foto-Galerie
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