8. Deutsche Meisterschaft im Tischtennis in Hamburg
Die Teilnahme in Hamburg war für die Tischtennisspieler der Sparkasse Bremen ein interessanter Ausflug. Sportlich war für die Zelluloidartisten wie erwartet wenig zu holen. Obwohl sie als Vereinsspieler zumeist in der Kreisliga oder der Kreisklasse antreten, mussten sie sich mit Spielern messen, die zu meist vier bis sechs Klassen höher spielen. So wurden zumeist bereits in den Gruppenspielen die Segel gestrichen.
Aber schön der Reihe nach: Begonnen hat der Ausflug in die Hansestadt am Freitagnachmittag mit einer preisgünstigen Zugfahrt mit dem Niedersachsenticket, das auch am Abend bei der Fahrt in die City noch gültig war. Erstes Etappenziel war das Telekom-Tagungshotel in Nettelnburg im Hamburger Osten. Nach erfolgreicher Akkreditierung ging es an die Elbe, wo im Restaurant Fischerhaus ein Tisch reserviert war. Bei tollem Blick auf das Schwimmdock von Blohm & Voss konnte die fast fertige Luxusyacht des Ölmilliardärs Abramovic bewundert werden. Während genüsslich Büsumer Schollen, Panfisch oder Riesengarnelen verspeist wurden, konnten vergangene Tischtennisevents Revue passiert werden und ein Ausblick auf die Wettkämpfe geworfen werden. Lediglich Philipp Geißler und Christoph Jendrek hatten 2002 bereits bei Deutschen Meisterschaften teilgenommen, Marc Engelmann, Reiner Schnelle und Niels Eckardt hatten ausschließlich an Deutschen Sparkassenmeisterschaften teilgenommen. Umso gespannter waren alle Akteure, was sie am nächsten Morgen in tollen Sporthallen in Neu-Allermöhe erwarten würde.
Gespielt wurde in vier Altersklassen: bis 35, bis 45, bis 55 und über 55. In den ersten drei Klassen waren die Sparkassenspieler gemeldet, je einen Sieg in den Einzeln konnten aber nur Reiner Schnelle und Niels Eckardt erringen. Da Eckardt seinen Sieg in einer Dreier-Gruppe erkämpfte, kam er als Einziger eine Runde weiter, um hier aber chancenlos auszuscheiden. Der größte Erfolg war der 3:1 Sieg von Jendrek / Schnelle im Doppel in der AK 3. Durch diesen Erfolg kamen sie zwar ins Achtelfinale, um hier aber ohne Siegchance gegen die Hamburger Feuerwehr die Segel zu streichen. Zu deutlich sind bei den Vereinsspielern die Unterschiede in den Alterskategorien. Es gibt zwischen den Kreisklassenspielern und den Spielern aus den höchsten Klassen Differenzen von fast zehn Spielklassen. Vielleicht wäre es bei künftigen Meisterschaften sinnvoll, eine Klasseneinteilung aus einer Kombination aus Spielklasseneinstufung und Altersklasse vorzunehmen.
Durch das frühzeitige Ausscheiden hatten wir den Vorteil, dass wir pünktlich und frisch geduscht die besten Plätze im Hotel vor der Großbildleinwand einnehmen konnten. So wurden wir live Zeuge, wie sich die Deutsche Fußballnationalmannschaft mit dem Sieg in Moskau gegen Russland für die Weltmeisterschaft in Südafrika qualifizierte. Das Buffet war anschließend im großen Saal des Hotels vorbereitet. Die Kombination aus einer leckeren kalten Fischauswahl und warmen Braten erfüllte die Herzen aller Tischtennissportler. So überstanden alle gut gestärkt auch die etwas langatmige Siegerehrung. Bedingt durch vier Altersklassen, Damen und Herren, Vereins- und Nichtvereinsspieler ist die Ehrung in kürzerer Form wohl nicht realisierbar. Dafür wurde aber ausgiebig bis in den frühen Morgen gefeiert.
Am Sonntag standen die Mannschaftswettbewerbe auf dem Programm. Hier hofften die beiden Sparkassenmannschaften auf ein etwas besseres Abschneiden und wurden nicht enttäuscht. Marc Engelmann, Philipp Geißler und Christoph Jendrek spielten in einer Dreier-Gruppe gegen die ersten Mannschaften der UNI der Bundeswehr München und gegen die JVA Remscheid. Nach den Einzeln lag die 2. Mannschaft der Sparkasse trotz jeweils eines Sieges von Geißler bzw. Jendrek mit 1:2 im Rückstand. Das Doppel Engelmann/Jendrek musste sich trotz sehr starker Leistung jeweils knapp geschlagen geben und so blieb leider nur der letzte Platz. Aber gerade diese Spiele gegen ähnlich starke Gegner haben allen Akteuren sehr viel Spaß gemacht. Ähnlich ging es der ersten Mannschaft mit Niels Eckardt, Reiner Schnelle und "Martin Steencken". In einer der spannendsten Gruppen spielten sie gegen HVB-Club/AOK aus Hamburg, gegen die Dillinger Hütte von der Saar sowie gegen Rhein Energie aus Köln. Trotz eines 3:1 Sieges gegen die Kölner belegten sie nur den undankbaren dritten Platz, da der schon feststehende Gruppenerste aus Hamburg sein Spiel gegen die Spieler von der Saar verlor. Wäre dieses Spiel mit 3:2 statt an die Saar an die Elbe gegangen, wären die Sparkassenspieler von der Weser mit dem besten Satzergebnis als Zweiter eine Runde weiter gekommen. So aber freuten sich alle über sehr spannende Sonntagsspiele und waren zum späten Kaffeetrinken wieder zurück in Bremen.
Christoph Jendrek

Auf dem Foto von links nach rechts: Philipp Geißler, Reiner Schnelle, Marc Engelmann, Niels Eckardt und Christoph Jendrek vor der Flagge von HB-Vegesack
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