Wandern im Windecker Ländchen
Die 1. Seniorengruppe des LBSV Bremen auf Wanderfahrt
Es gehört zur Tradition der 1. Seniorenwandergruppe des LBSV jährlich eine Wanderfahrt in den schönen, zumeist aber nicht so bekannten Landschaften Deutschlands zu unternehmen und dabei möglichst die Grenzgebiete zu erkunden. In diesem Jahr war unser Ziel das Städtchen Windeck im Siegerland, eingebettet im romantischen Siegtal. Der Ortsteil Herchen sollte für eine Woche unser Quartierort sein.
43 WanderInnen waren frohgemut in den Bus eingestiegen, der uns über die A 1 nach Herchen bringen sollte. Überrascht waren alle von dem "Haus Herchen", dem Bildungs-und Erholungszentrum der Wuppertaler Stadtwerke AG, in dem wir bei einer Kaffeetafel von dem Leiter Dirk Freund herzlich begrüßt wurden.
Da die Busfahrt uns alle zum längerem Sitzen veranlasste, sollte auf ausdrücklichen Wunsch eine "kleine abendliche Wanderung" durchgeführt werden. Das Wetter war wanderungsgerecht, die Luft von den bis in die Täler reichenden Wälder mild und würzig.. Aber wir hatten die Rechung ohne unseren Wanderleiter Herrn Kluge gemacht. Er führte uns auf die Berge und Höhen und auf Wegen, die nur als Wanderschlange zu begehen waren. Es passierte, was nicht sein sollte: Das Ende der Schlange konnte nicht mehr den Anfang finden und ein Irrlauf in den langsam durch Dämmerung sich verdunkenden Wald wurde für einige Wanderer zur Falle. Das Mobiltelefon war keine Hilfe. Eins war vorhanden, aber das versagte beim Notruf ließ und nur noch die Worte zu: "Wir stehen im Wald und wissen nicht wo!" Dann versagt der Akku:, wie beim Fernsehkrimi im wichtigsten Augenblick der Aufklärung.
Die Gruppe entschied sich den Berg hinauf zu gehen , oben geht es auch wieder hinunter. run Hörbar war bei allen die Erleichterung, als ein PKW auftauchte und der Leiter des Hauses Herchen ausstieg und somit seine weitere Suche einstellen konnte.- Beim Abendessen wurde viel gelacht, aber unser Gasteführer war nicht amüsiert, denn er konnte es sich gar nicht vorstellen, dass wir als Flachländer ob des Höhenunterschieds so kurzatmig sein konnten. Die Wanderschlange war in drei Teile gefallen. Eine Wanderin hatte auf eigene Faust einen Weg eingeschlagen und landete nach einem Lauf über Stock und Stein an der Hauptstraße. Sie wurde von einem freundlichen und hilfsbereiten, aber fassungslosen Autofahrer aufgesammelt und bis zu unser Unterkunft gefahren. .
Trotz dieser verunglückten Einführung verlief der 6-Tage-Aufenthalt in bestem Einvernehmen, mit viel Freude und Spaß. Am 2. Tag wurde eine Fahrt nach Köln unternommen. Köln als Karnevalshochburg besonders bekannt, aber auch reich an historischen Sehenswürdigkeiten und an kulturellem Leben. Wir konzentrierten uns auf eine klassische Innstadtbesichtigung, bei der uns der historische Bezug zur Römerzeit besonders herausgearbeitet wurde. Am Nachmittag konnten wir den Kölner Dom unter sachkundiger Führung intensiv kennen lernen.
Dem 3. Tag war es vorbehalten, das Siegerland und das Bergische Land zu entdecken. Galt es zunächst unser Ortsteil Herchen zu besuchen, denn unsere Unterkunft war ca. 2 km von der Ortsmitte entfernt. Windeck als Großgemeinde verfügt über eine Fläche die größer als Berlin ist, so erlebten wir mehrere Ortsteile mit dem Fachwerkhäuser besonderer Art, die mit den Hausbau in Norddeutschland nicht vergleichbar sind. Bestaunt wurden das Siegerland und die bergischen Landschaften mit den vielen Wäldern, den Wald- und Talwiesen , durchwachsen überwiegend mit Laubbäumen
Am 4. Tag führte uns der Bus nach Wuppertal. Das war ein besonderer Höhepunkt, da unser Betriebssportfreund Klaus Schmidt vom Betriebskreisportverband Wuppertal es uns ermöglichte, mit dem Kaiserwagen der Wuppertaler Schwebebahn zu fahren. Auf dem Weg nach Wuppertal machten wir Halt im Tal der Dhünn, um den "Altenberg Dom", ein Meisterwerk gotische Baukunst aus dem 13. Jahrhundert zu besichtigen. Mönche des Zisterzienserordens begannen im Jahre 1259 mit dem Bau des gotischen Münsters. An den Ufer der Dhünn stand eine Burg mit dem Namen "Berge", die zur Namensgeberin für das "Bergische Land" wurde. Weiter stand eine Besichtigung der Stadt Wuppertal im Mittelpunkt, an der sich dann die Fahrt mit der Wuppertaler Schwebebahn anschloss. Die Wuppertaler Schwebebahn ist ein Wunder der Technik und wurde 1898 bis 1900 erbaut und ist einmalig auf der Welt. Nach dem am 24.Oktober 1900 Kaiser Wilhelm mit seinem Gefolge eine Probefahrt unternommen hatte, wurde der Linienverkehr am 01. März 1901 eröffnet. Für das Kaiserpaar wurde eigens ein Sonderwagen gebaut, und zwar die Nr.5, die heute, sorgsam renoviert, in nostalgischem Ambiente zu besonderen Gelegenheiten durch das Tal fährt.
Eine solche "besondere Gelegenheit" wurde uns geboten. Bei Kaffee und Kuchen saßen wir im Kaiserwagen, 15 Meter unter uns die Wupper und fuhren mit der Bahn von einem Endpunkt zum anderen und zurück An den Endstationen mussten wir aussteigen, wobei wir dabei das Wendemanöver sehr gut beobachten konnten.
Der 5. Tag war für die Stadt Bonn vorgesehen. Bonn, die ehemalige Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschlands, machte auf uns einen vitalen, geschäftigen und teils internationalen Eindruck. Eine besonders qualifizierte Gästführerin brachte uns bei einer großen Stadtrundfahrt alles näher, durchleuchtete Hintergründe und wusste die Bonner Bürger in ihrem Wunsch nach Weltläufigkeit sehr gut darzustellen. Interessant und aufschlussreich war am Nachmittag der Besuch des "Haus der Geschichte der Bundesrepublik". Das Haus zeigt in seiner Dauerausstellung deutsche Zeitgeschichte vom zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart.
Damit waren die schönen Tage des Sehens, Genießens und Besichtigen vorbei. Der 6. Tag blieb nur für die Rückreise. Bei der ruhigen und umsichtigen Fahrweise unseres Busfahrers Addi konnten wir den heimatlichen Gefilden entgegen schlummern, über das Erlebte nachdenken, die Anregungen und Ausführungen bedenken oder durch Gespräche resümieren. Die allgemeine Freude über das gute Gelingen war unverkennbar und gespannt wird nun wieder vom Wanderleiter erwartet, welche Landschaft im nächsten Jahr unser Zielder nächsten Wanderfahrt sein könnte.
Erwin Kloke
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